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Zeit für Webbasiertes

: Weidmüller


Perfektes Timing ist alles. Weidmüller, der Spezialist für Industrial Connectivity steigt wieder mit voller Kraft ins Automatisierungsgeschäft ein: Mit einer eigens dafür gegründeten Geschäftseinheit, die das Know-how von rund 180 Mitarbeitern in einer schlagkräftigen Automation Products & Solutions Division bündelt. Mit einem umfassenden Automatisierungsbaukasten, der sukzessive ausgebaut werden soll und mit „u-control“, einer webbasierten Steuerungs- und Engineering-Lösung als besonderem Highlight. Von Sandra Winter, x-technik

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Bei „u-mation“ profitieren die Kunden von einem offenen System mit durchgängiger Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud.

Bei „u-mation“ profitieren die Kunden von einem offenen System mit durchgängiger...

Warum macht die Firma Weidmüller eigentlich keine Steuerung? Es war u. a. diese beiläufig gestellte Frage eines Kunden, die die Detmolder dazu inspirierte, sich künftig noch stärker in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik, Digitalisierung und Automatisierungstechnik zu engagieren. Zumal dies für „den Partner der Industrial Connectivity“ fast schon auf der Hand liege. „Wir befinden uns in einer sehr, sehr spannenden Zeit. Die eingesetzten Technologien verändern sich, die IT erhält immer mehr Gewicht in der industriellen Automatisierung und neue Marktbegleiter drängen auf den Markt. Denn neue Herausforderungen wie Industrie 4.0 bedingen neue Lösungen. Wir dachten dieser allgemeine Umbruch sei genau der richtige Zeitpunkt, um unsere Stärken, die wir im Bereich Digitalisierung bereits haben, mit weiteren Produkt- und Lösungsangeboten auszubauen“, verrät Michael Matthesius, Leiter der Division Automation Products and Solutions. Aufgabe seiner „Automatisierungs-Task Force“ sei es nun, das Ohr nah am Markt zu haben und gemeinsam mit Kunden ansprechende Geschäfts- und Lösungskonzepte zu entwickeln.

Sukzessiver Ausbau des Automatisierungsbaukastens

Bisher umfasst der Automatisierungsbaukasten „u-mation“ der Firma Weidmüller das Remote I/O-System „u-remote“ inklusive Safety-Lösungen, Remote I/O-Module in den Schutzarten IP 20 und IP 67, „u-control“ – eine neuartige Steuerung auf Basis offener, plattformunabhängiger Web-Technologien sowie moderne Bediengeräte/HMIs, die unter dem Produktfamiliennamen „u-view“ zusammengefasst werden. Abgerundet wird das „u-mation“-Angebot durch den Security Router. „Bei „u-mation“ profitieren die Kunden von einem offenen System mit durchgängiger Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud. Damit versetzen wir den Kunden in die Lage, flexibel auf neue technische Entwicklungen
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„u-view“ und „u-control“ – zwei innovative Automatisierungslösungen für den Maschinen- und Anlagenbau der Zukunft.

„u-view“ und „u-control“ – zwei innovative Automatisierungslösungen...

reagieren zu können“, betont Dr. Björn Griese, Business Unit Leiter Automation Products bei Weidmüller. Was in Zukunft von Weidmüller sonst noch alles zu erwarten sei, beantwortet er ebenfalls: „Wir werden die Fernwartungslösung „u-link“ in die Steuerungslösungen „u-control“ einfließen lassen, um eine direkte und sichere Verbindung zu erhalten. Außerdem werden wir in einem weiteren Schritt leistungsfähige Industrie- und Edge-PCs sowie Frequenzumrichter in unseren Automatisierungsbaukasten aufnehmen“, verrät er.

Was es heuer bereits – u. a. auf der SPS/IPC/Drives in Nürnberg – als Vertreter des Automatisierungsbaukastens „u-mation“ der Firma Weidmüller zu sehen geben wird, sind moderne Industriemonitore mit Multi-Touch-Funktionalität, ein intelligenter IoT-Controller und „u-control“. „Unser IoT-Controller ist eine Hybrid-Lösung, die Gateway-Funktionalität und dezentrale Intelligenz in einem Hardware-Device vereint. Damit lassen sich Prozesse maschinennah vorverarbeiten und analysieren“, beschreibt Michael Matthesius, der mit seiner Division Automation Products and Solutions bereits jetzt – obwohl an sich noch am Anfang stehend – mit hohen zweistelligen Wachstumsraten aufhorchen lässt. „Viele Maschinenbauer haben mittlerweile erkannt, dass Weidmüller ein anerkannter Experte beim Thema Industrial Analytics ist. Wir können auf zahlreiche Referenzen in diesem Bereich verweisen. Das heißt wir drängen eigentlich von der Datenerfassung und Datenanalyse kommend vermehrt in die Automatisierungstechnik hinein“, freut sich der Division-Leiter, dass die Weichen in Richtung erfolgreicher Zukunft bereits gestellt wurden in der jüngeren Vergangenheit.

u-control als „Herz“ des Automatisierungsportfolios

Weidmüller
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Mit dem „u-remote“ Gateway-Modul zum IP 67 Sub-Bus-System lassen sich Fertigungssysteme mit mehreren Schutzklassen automatisieren.

Mit dem „u-remote“ Gateway-Modul zum IP 67 Sub-Bus-System lassen sich Fertigungssysteme...

setzt in der Automatisierungstechnik konsequent auf flexible Systeme und offene Standards. Beim Daten- und Signal-Transfer von der Maschinen-Sensorik bis in die Cloud wird ein plattformunabhängiger und skalierbarer Weg verfolgt. Auch bei der Entwicklung von „u-control“ wurde auf offene und herstellerunabhängige Web-Technologien gesetzt. „Wir sind nicht das erste Unternehmen, das eine Steuerung auf den Markt bringt – ganz im Gegenteil, da waren schon viele vor uns dran. Trotzdem wollten wir nicht als ‚Late Follower' auftreten, sondern etwas Neuartiges bieten“, erinnert sich Michael Matthesius an die ersten internen Strategiesitzungen zum Thema „u-control“. „Wir stellten uns die Frage, wie wir uns von unseren Mitbewerbern unterscheiden könnten und beschlossen, moderne Web-Technologien für unsere Steuerung zu nutzen“, ergänzt Detlef Grundke, Produktmanager Automatisierung bei Weidmüller in Detmold.

Bei den meisten Steuerungen erfolge das Engineering über eine separate Software, die auf Microsoft Windows basiert. Dies schaffe eine gewisse Abhängigkeit von diesem Betriebssystem und den damit verbundenen Technologien. „Jede neue Windows-Version bringt zunächst Kompatibilitätsprobleme mit sich“, weiß Michael Matthesius aus Erfahrung. Deshalb will Weidmüller mit „u-control“ eine webbasierte Alternative bieten, die ein Maximum an Flexibilität erlaubt und die geräte-, plattform- und browserunabhängig funktioniert. Ein HTML5-fähiger Browser bildet den Schlüssel dazu.

Der Browser wird für den Anwender zur Entwicklungsplattform und erlaubt eine flexible Systemkonfiguration, Programmierung gemäß IEC61131-3 sowie die Anbindung an Schnittstellen (HMIs) in einem webbasierenden Engineering-Tool.
Eine aufwendige Installation des Engineering-Tools ist nicht erforderlich, da diese Software bereits auf der Steuerung integriert ist. Der Zugriff auf die Engineering-Software kann direkt, über ein Netzwerk oder über eine Cloud erfolgen. Auch die Programmierung ohne angeschlossene Hardware ist eine Option.

Sicher und flexibel anpassbar

„u-control“ wurde unter Berücksichtigung neuester Sicherheitsnormen entwickelt und bietet unter anderem eine Verschlüsselung der Software sowie einen sicheren Zugriff unter Verwendung des HTTPS-Protokolls oder einer VPN-Verbindung. Die Bedienung des webbasierten Engineering-Tools erfolgt intuitiv per Drag & Drop. Ein weiterer Pluspunkt von u-control: Eine einfache Anpassbarkeit an die konkreten Erfordernisse. „Die Steuerung wird mit einem Basis Engineering-Tool geliefert und der Kunde entscheidet dann, welche Funktionalitäten tatsächlich benötigt werden für eine bestimmte Applikation und kauft diese in Form von Apps entsprechend zu“, beschreibt Detlef Grundke. Diese Software-Applikationen können auch nachträglich auf der Hardware von „u-control“ installiert werden.

Bei „u-mation“ profitieren die Kunden von einem offenen System mit durchgängiger Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud.
„u-view“ und „u-control“ – zwei innovative Automatisierungslösungen für den Maschinen- und Anlagenbau der Zukunft.
Mit dem „u-remote“ Gateway-Modul zum IP 67 Sub-Bus-System lassen sich Fertigungssysteme mit mehreren Schutzklassen automatisieren.



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Steuerungstechnik, Engineering, Automation aus der Cloud

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