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High Performance für alle Industriebereiche

: Stäubli


Mit einer breit gefächerten Roboterpalette bietet Stäubli Lösungen für nahezu alle Anwendungsgebiete. Die Roboter punkten auch unter härtesten Einsatzbedingungen mit höchster Verfügbarkeit sowie Leistungsfähigkeit und sind dank ihrer Flexibilität wahre Multitalente für eine Vielzahl von Applikationen. Alexander Müller, Sales Manager Austria bei Stäubli, erläutert uns unter anderem, wie er und sein in Linz ansässiges Team es schaffen, selbst für hoch spezialisierte Aufgabenstellungen Automatisierungslösungen der Extraklasse zu realisieren. Das Interview führte Ing. Norbert Novotny / x-technik

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Menschen zu dienen, ist die wichtigste Aufgabe der Robotik.

Menschen zu dienen, ist die wichtigste Aufgabe der Robotik.

Herr Müller, was sind die großen Stärken von Stäubli Robotern?

Unsere Produktpalette, die von FAST pickern, Scara- bis hin zu Sechsachs-Robotern mit

Traglasten von bis zu 190 kg reicht, überzeugt mit Bestwerten in Dynamik und Präzision, kompakter Bauweise und großer Reichweite. Mit diesem vielseitigen Angebot bieten wir Lösungen für nahezu alle Anwendungsgebiete – für jeden Industriebereich und jede Applikation, egal ob sehr komplex oder einfaches Pick & Place. Für alle diese Anforderungen bietet Stäubli nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen an. Stäubli-Roboter finden sich heute in allen Industrie- und Marktsegmenten, darunter Automobilbau, Elektronik, Lebensmittel, Maschinenbau, Metall, Kunststoff und mehr. So konnten wir uns in den letzten Jahren vom Nischenanbieter hin zu einem innovativen Komplettanbieter in der Robotik entwickeln. In der Kleinrobotik bis 100 kg Traglast sind wir beispielsweise mit großem Marktanteil sicherlich der Benchmark am österreichischen Markt.

Um maximale Kundenzufriedenheit zu gewährleisten, bieten wir nicht nur hochleistungsfähige Roboter, die schwierige oder gefährliche Arbeiten verrichten, sondern auch ein passendes Dienstleistungs- und Servicepaket. In langfristig angelegten Partnerschaften mit unseren Kunden sind wir stets bestrebt, für jede Anwendung Automatisierungslösungen zu entwickeln, die den hohen Ansprüchen in Bezug auf Produktivität und Gesamtperformance mehr als gerecht werden.

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Ist die österreichische Stäubli-Mannschaft für solch hohe Ansprüche gerüstet?

Wir sind seit 2004 am österreichischen Markt tätig und seither stetig gewachsen. Mit unserem Team – Verkauf und Service & Support – ansässig im zentral gelegenen Linz in Oberösterreich bieten wir unseren Kunden vor, während und nach der Roboterintegration schnelle und kompetente Dienstleistungen an. Sollte doch einmal Not am Mann sein, werden im Bedarfsfall auch Techniker aus Deutschland herangezogen, die ebenfalls sehr kurzfristig vor Ort sein können. Stäubli ist außerdem weltweit sehr gut vernetzt und in über 29 Ländern präsent, so dass Stäubli in der Lage ist, dem Endanwender schnelle Reaktionszeiten zu gewährleisten.

Anlagenstillstände kosten Geld. Daher ist es unser wichtigstes Bestreben, schon bei der Projektierung einer Anwendung Ausfallrisiken auf ein Minimum zu reduzieren und bei Produktionsstopps sehr rasch und unkompliziert Lösungen zu finden. Das reicht von einer kompetenten Beratung mit realistischen Machbarkeitsanalysen und Simulationen zu Beginn, über regelmäßige Wartungsintervalle bis hin zu kurzen Reaktionszeiten bei ungeplanten Serviceeinsätzen innerhalb von 24 Stunden. Für eine hohe Kundenzufriedenheit im Servicefall sorgt auch unsere hohe Ersatzteilverfügbarkeit, die wir mit unserem Lager in Linz und zwei weiteren, großen Zentrallagern in Deutschland und Frankreich sicherstellen können.

Wie gewährleisten Sie eine höchstmögliche Anlagenverfügbarkeit beim Kunden?

Zur Auswahl des geeignetsten Robotertyps für die jeweilige Anwendung erstellen wir zuallererst bei der Anlagenkonzeption
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Die neue TX2touch-Baureihe von Stäubli ist speziell für die anspruchsvollsten Stufen der Mensch-Roboter-Kooperation bzw. Kollaboration entwickelt.

Die neue TX2touch-Baureihe von Stäubli ist speziell für die anspruchsvollsten...

mit unserer Software Stäubli Software Suite 2016 Simulationen bezüglich Erreichbarkeit, Kollisionserkennung und Taktzeit. Mit dieser Machbarkeitsanalyse erschaffen wir ein Anlagen-Layout, das später in der Praxis über höchste Ausfallsicherheit verfügt und mit den von uns vorgesehenen Wartungsintervallen auskommt. Probleme entstehen in der Regel erst dann, wenn der Kunden den Roboter außerhalb seiner Spezifikation nutzt und somit überlastet.

Im Falle eines Fehlers ist der erste Kontakt mit dem Kunden meistens unsere technische Hotline, die nach einer Erstanalyse in 80 % der Fälle das Problem bereits am Telefon beheben kann. Zudem kann der Stäubli-Techniker mit unserem Fernwartungstool, sofern der Kunde es wünscht, auch aus der Ferne auf den Roboter, die Steuerung sowie das Programm zugreifen und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen oder den Bediener vor Ort anleiten. Ist der Fehler nicht behebbar, wird ein rascher Termin für einen Serviceeinsatz ausgemacht.

Gut geschultes Personal beim Kunden ist ebenfalls ein wesentliches Kriterium, die Produktion ausfallsicher zu gestalten.

Daher legen wir höchsten Wert auf ein umfassendes Schulungsangebot, auch hier in Österreich. Anfang dieses Jahres haben wir das WIFI Oberösterreich in Linz als zertifizierten Schulungspartner autorisiert. Das neue Stäubli-Schulungszentrum im WIFI ist mit modernstem Equipment – derzeit drei Stäubli-Sechsachsroboter und acht PC-Stationen
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Mit den HE-Robotern von Stäubli konnte im Food-Bereich völlig neues Terrain erschlossen und Prozesse erheblich produktiver gestaltet werden.

Mit den HE-Robotern von Stäubli konnte im Food-Bereich völlig neues Terrain...

inklusive Programmiersoftware – ausgestattet und erlaubt ein Arbeiten unter realistischen Produktionsbedingungen. Somit verfügen wir hier vor Ort über ebenso hohe Qualitätsstandards der Schulungen wie in unserer deutschen Niederlassung in Bayreuth.

Besonders wichtig ist uns auch die Aus- und Weiterbildung unserer eigenen Mitarbeiter, die regelmäßig bei Update-Schulungen oder internen Präsentationen von Neuprodukten in Bayreuth oder im Stammwerk im französischen Faverges teilnehmen.

Bieten Sie im Zeitalter von Industrie 4.0 ihren Kunden auch Echtzeitanalysen ihrer Roboteranlagen an?

Selbstverständlich. Optimize Lab heißt unsere Lösung zur Big-Data-Analyse. Mit dieser Software können die Parameter eines Roboters so geändert werden, dass man einen optimierten Bewegungsablauf erhält und der Roboter optimal betrieben wird.

Bei Analysen des Allgemeinzustands der Anlage oder beispielsweise des Bewegungsmusters des Roboters im Detail sieht man sehr gut, ob bestimmte Komponenten überlastet sind. Auch die voraussichtliche Lebensdauer einzelner Teile wie Motoren, Getriebe, etc. wird einem übersichtlich angezeigt. Optimize Lab ist ein ausgezeichnetes Instrument, für den Kunden Optimierungspotenziale aufzudecken und zur Leistungsverbesserung der Roboteranlage beizutragen.

Neben Industrie 4.0 wird in der Robotik aktuell das Thema Mensch-Roboter-Kollaboration stark thematisiert. Welchen Ansatz verfolgt Stäubli bei MRK?

Wir verfolgen bei der Mensch-Roboter-Interaktion unseren eigenen Weg und haben bewusst keine teuren Spezialkinematiken für reine MRK-Anwendungen entwickelt. Solche Roboter sind aus unserer Sicht mit zu großen Einschränkungen hinsichtlich Traglast und Dynamik behaftet. Deshalb haben wir unsere Standardroboter unter Beibehaltung ihrer vollen Leistungsfähigkeit für die Zusammenarbeit mit Menschen qualifiziert.

Unsere neue TX2touch-Baureihe ist speziell für die anspruchsvollsten Stufen der Mensch-Roboter-Kooperation bzw. Kollaboration entwickelt, beherrscht also auch Anwendungen, bei denen sich Mensch und Roboter gemeinsam einer Aufgabe annehmen. Um den hohen sicherheitstechnischen Anforderungen zu genügen, verfügen die neuen Safe Robots über ein komplexes Safetypaket. Dabei sind die TX2touch-Modelle sofort an ihrer Safety-Skin zu erkennen. Diese berührungsempfindliche Oberfläche, die den Roboter wie eine Haut überzieht, sorgt für das sofortige Abstoppen der Fahrt bei direktem Kontakt zum Menschen. Der Mitarbeiter kann den Roboter so auch durch bloßes Antippen jederzeit stoppen.

In der Praxis sehen wir jedoch, dass aufgrund der Sicherheitsaspekte echte kollaborierende Anwendungen begrenzt realisierbar sind. Wir rechnen hier in Zukunft mit einem Anteil von 5 % aller weltweit realisierten Roboterlösungen. Viel mehr Potenzial werden Applikationen haben, bei der sich Mensch und Roboter einen Arbeitsbereich ab und zu teilen und miteinander kooperieren.

In welcher Branche sehen Sie gegenwärtig großes Wachstumspotenzial für die Robotik?

Der Bedarf an Robotiklösungen bei Produzenten aus der Lebensmittelindustrie wächst stetig und rasant. Aufgrund unsere langjährigen Erfahrung mit Food-Applikationen kennen wir die branchentypischen
Gegebenheiten und verfügen daher über ein sehr breites und leistungsfähiges Roboterprogramm – von einfachen Verpackungsaufgaben über ultraschnelle Handhabungsprozesse bis hin zu Einsätzen an offenen Lebensmitteln unter höchsten Hygieneanforderungen. Dabei ist das komplette Roboterspektrum ohne Leistungseinschränkung mit lebensmittelverträglichem Öl der Klasse NSF H1 verfügbar.

Ein Musterbeispiel für die hohe Kompetenz im Lebensmittelsektor ist die Entwicklung der HE-Roboter, die durch ihre gekapselte Bauart für Einsätze in Feuchträumen sowie unter Spritzwasserbeaufschlagung konzipiert sind. Damit erfüllen sie ganz ohne zusätzliche Schutzhülle die strengen Hygiene-Vorschriften in der Lebensmittelindustrie. Zudem sind bei Anwendungen am offenen Produkt intensive Reinigungs- und Sterilisationsprozesse vorgeschrieben, die kein anderer Roboter dauerhaft überleben würde. Mit den HE-Maschinen konnten wir im Food-Bereich völlig neues Terrain erschließen und Prozesse erheblich produktiver gestalten.

Vielen Dank für das Gespräch.

Menschen zu dienen, ist die wichtigste Aufgabe der Robotik.
Die neue TX2touch-Baureihe von Stäubli ist speziell für die anspruchsvollsten Stufen der Mensch-Roboter-Kooperation bzw. Kollaboration entwickelt.
Mit den HE-Robotern von Stäubli konnte im Food-Bereich völlig neues Terrain erschlossen und Prozesse erheblich produktiver gestaltet werden.



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In der ISO/TS 15066 ist von maximal zulässigen Kräften bei MRK-Anwendungen die Rede. Aber was steckt tatsächlich hinter den von dieser Technischen Spezifikation vorgegebenen biomechanischen Grenzwerten? Um ein bisschen ein Gefühl dafür zu bekommen, was da verlangt wird, lädt Pilz auf der diesjährigen Intertool zum selber Austesten ein. Was die Firma Pilz bei diesem Thema zum Experten macht und worauf es bei der Umsetzung einer normgerechten Mensch-Roboter-Kollaboration ganz allgemein ankommt, verrät der Certified Machinery Safety Expert Ing. Bernhard Buchinger, der bei Pilz als Senior Manager Consulting Services tätig ist. Das Gespräch führte Sandra Winter, x-technik
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