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Für das stille Örtchen

: ABB


Beim Familienbetrieb MKW ist es seit langem Tradition, Industrieroboter in der Produktion einzusetzen, um für die globale Expansion gerüstet zu sein. Seit dem Jahr 1987 ist der Produzent von Toilettensitzen Vorreiter im Gebrauch industrieller Roboter und wichtiger Anbieter auf den westlichen, zentralen u. osteuropäischen Märkten sowie globaler Exporteur zu nahöstlichen und asiatischen Märkten.

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In nur 15 Minuten können die Roboter umprogrammiert werden, um ein neues Sitzmodell herzustellen.

In nur 15 Minuten können die Roboter umprogrammiert werden, um ein neues Sitzmodell...

Bis zum Jahr 1987 wurde bei der MKW Kunststofftechnik GmbH die Endbearbeitung wie entgraten noch manuell durchgeführt. Heute verwendet das Unternehmen ABB Roboter der Type IRB 2400 und IRB 4400.

Über die letzten zwei Jahrzehnte hinweg haben die Roboter bei MKW dafür gesorgt, die Einkünfte auf das Sechsfache und die Toilettensitz-Produktion auf das Fünffache zu steigern. Die Produktionszyklen wurde um 1/5 gekürzt, das Ausschussmaterial ist auf zwei Prozent gesunken, die Maschinenausfallzeit ist nahezu Null und jede Spritzgussmaschine erfordert heute bedeutend weniger Mitarbeiter, als noch vor drei Jahren. „Unsere Investition in ABB Roboter hat sich gelohnt und gibt uns klare Vorteile gegenüber dem Mitbewerb“, sagt Hannes Danner, Geschäftsführer von MKW.

Robotereinsatz statt Produktionsauslagerung

In einer zunehmend globalisierten Welt haben viele europäische Firmen die Produktion in Tiefpreislohnmärkte verschoben. Interessanterweise ermöglicht der Einsatz von Robotern bei MKW aber, in Österreich konkurrenzfähig zu bleiben – in einem Land mit hohen Arbeitskosten. „Sie ermöglichen uns, mit zunehmend aufstrebenden Mitbewerbsmärkten preislich zu konkurrieren - mit Flexibilität und bester Qualität, selbst wenn eine höhere Produktivität erforderlich ist. Weibern ist nicht nur unser Betriebshauptquartier geblieben, es dient auch als Drehscheibe für Know-how, Design und Produktentwicklung der ganzen Gruppe“, so Hannes Danner.

Die Roboter gewährleisten, dass MKW mit sich schnell ändernden Geschäftsanforderungen Schritt halten kann. Vor zwei Jahrzehnten hat das Produktportfolio fünf Arten
Toilettensitze umfasst, die in einer handvoll Farben verfügbar waren. Heute erzeugt MKW 50 verschiedene Designs in 30 Farben und befriedigt damit praktisch jeden Geschmack, Wunsch und jede Preiskategorie. Jährlich werden 15 neue Modelle der Toilettesitze und alle zwei bis drei Jahre vollständig neue Produktlinien entworfen. Zwei Drittel der Toilettensitz Produktmischungen werden aus Duroplast, hauptsächlich für das höhere Preissegment in spezialisierten Geschäften gemacht, während die Thermoplast Toilettensitze von Heimwerkergeschäften oder Baumärkten bevorzugt werden.

Die Trend-Setter von MKW beinhalten schnell installierbare, auswechselbare, höhenverstellbare, automatisch schließbare Designer-Toilettensitze, sowie Sitze mit antibakterieller Ausrüstung und weicher Oberfläche. Die Roboter gewährleisten Präzision und Qualität im Bereich dieser neuen Technologien und Funktionen und sorgen für sichere und saubere Arbeitsumwelt, welche die Belastung auf den Arbeitnehmer verringert. Sie ermöglichen ebenfalls eine Qualitätsverschiebung der Aufgaben, hin zur Überwachung oder Programmierung und steigern die Arbeitnehmermotivation. In nur 15 Minuten können die Roboter umprogrammiert werden, um ein neues Sitzmodell herzustellen.

Hohe Qualität für jede Einheit

Alle 140 Sekunden wird automatisch Granulat in die acht Duroplast Spritzgussmaschinen zugeführt, um in der Maschine mit 400 Tonnen Druck und einer Temperatur von 145 Grad Celsius bis zu 2.000 Toilettensitze und –deckel täglich herzustellen. Ein Förderband bringt die Toilettensitze zu den acht ABB IRB 2400 Robotern, die mit einer Hochfrequenzspindel (44.000 Umdrehungen pro Minute) automatisch die Ränder schleifen und entgraten, die Reste vom Kunststoffgussstück entfernen, den Sitzen und Deckeln Puffer hinzufügen und so eine hohe einheitliche Qualitätsstufe für jede Einheit sichert.

Jede Kunststoffspritzmaschine ist mit einem Roboter elektronisch verknüpft, um die präzise Koordination zu sichern. Folglich gibt es wenige Produktionsstopps, außer um den Roboter umzuprogrammieren oder das Werkzeug zu ändern. ABB Roboter werden
auch zum Herstellen von Thermoplast-Sitzen verwendet und ein IRB 4400 Roboter wird für das Handling von Drahtkörben verwendet, welche für Küchenvorratsaufbewahrung entworfen wurden. Zusätzlich wurde ein Produktionsdatenerfassungsprojekt eingeführt. Dieses sammelt Daten von der Kunststoffspritzgussmaschine und der Roboter in einer SQL Datenbank, welche im Weiteren mit Hilfe von der ABB Webware online visualisiert werden, um die Qualität ständig zu verbessern.

Zusammenarbeit trägt Früchte

MKW trachtet danach, sich in den Wachstumsmärkten von Zentral- u. Osteuropa auszubreiten und weitet auch seine Partnerschaft mit ABB Robotics Österreich aus.

„Die Zusammenarbeit mit ABB in der Projektausführung ist umfassend und effizient und das Kundenservice ist exzellent“, sagt Stephan Raab-Obermayr, Automationsmanager von MKW. Das Unternehmen wird heuer als eine der ersten Firmen in Österreich Flex Finishing – Force Control, ein Funktionspaket für Roboterbearbeitungsprozesse, einsetzen, das ABB kürzlich auf den Markt brachte. Eine neue Generation von ABB Robotern, mit kraftsensitiver Intelligenz. Der Bediener bewegt den Roboter einfach mit der Hand zu den Bearbeitungskonturen, welche es dem Roboter erlaubt sich adaptiv der Oberflächenkontur anzupassen und so zu einem perfekten Entgrat- u. präzisem Schleifergebnis zu gelangen. Dies eliminiert nicht nur die manuelle Bearbeitungstätigkeit und die permanenten Einstellarbeiten der Roboter, es spart bis zu 30 Prozent an den gesamten Bearbeitungskosten.


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