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Beim Spülen richtig gut fühlen

: Siemens


Das Unternehmen Hobart, Hersteller für gewerbliche Spültechnik, hat seine Korbdurchlauf- und Bandanlagen modernisiert. Mit einer modularen Steuerungslösung hat er nicht nur die Grenzen einer wirtschaftlichen und ökologischen Spültechnik stark erweitert, sondern zugleich auch die eigenen Abläufe in Entwicklung, Produktion und Service optimiert.

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Die Spülanlagen-Serie Premax von Hobart hat in puncto Spülkomfort sowie Energie- und Umweltbewusstsein einiges zu bieten und bestätigt damit den Trend zu „Green Technology“.

Die Spülanlagen-Serie Premax von Hobart hat in puncto Spülkomfort sowie Energie-...

Wer Bestnoten in der Kategorie „Spültechnik“ bekommt, muss schon etwas zu bieten haben. In der Tat investiert die Fa. Hobart mit weltweit über 300 Forschungs- und Entwicklungsingenieuren und entsprechenden Marketingteams viel in die Verbesserungen ihrer Anlagen. Die im badischen Offenburg gelegene Deutschland-Zentrale hat unlängst eine Neuentwicklung im Bereich der Korbdurchlaufmaschinen und anschließend bei den Bandmaschinen vorgestellt, die ihresgleichen sucht.


Vor dem Hintergrund des allgemeinen Trends zu „Green Technology“ spart beispielsweise die Premax CP rund 50 % Wasser, 40 % Energie und bis zu 80 % Chemie. Dieser Quantensprung ist u. a. deshalb möglich geworden, weil das Unternehmen bei der Steuerung der Maschinen vollkommen neue Wege gegangen ist: Von der selbst entwickelten Maschinensteuerung zur Standardsteuerung Simatic S7-1200 von Siemens.


Beispielsweise passt auch die Bandanlage Premax FTP mit ihrer neuen Spülintelligenz Sensotronic ihre Verbräuche automatisch an die tatsächliche Auslastung an und senkt so die Betriebskosten gegenüber herkömmlichen Spülsystemen um bis zu 30 %. Den großen Vorteil der neuen Siemens-Steuerung erklärt Thomas Plewnia, Entwickler in der Elektrotechnik-Abteilung bei Hobart: „Diese neue Lösung ermöglicht uns bei deutlich erhöhtem Leistungsumfang die Standardisierung der gesamten Steuerungstechnik unserer Maschinen und Anlagen.“


Einfacher

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Die in den Premax-Anlagen eingesetzte, kompakte Steuerung Simatic S7-1200 von Siemens mit integrierter Profinet-Schnittstelle gilt als wirtschaftliche Lösung für einfache bis mittlere Steuerungsaufgaben.

Die in den Premax-Anlagen eingesetzte, kompakte Steuerung Simatic S7-1200 von...

Umgang mit der Steuerung


Im Detail bedeutet das, dass der Schaltschrankaufbau, die Programmgestaltung und das Zeichnen der Schaltpläne teilautomatisiert ablaufen. „Für die S7-1200 haben wir in den Programmen entsprechende Makros entwickelt, die einen Mitarbeiter in unserer Konstruktionsabteilung komplett entlasten“, erklärt Thomas Plewnia. Ein weiterer Vorteil, der sich aus der automatisierten, standardisierten Erstellung der Steuerungstechnik ergibt, ist die Erhöhung der Datenkonsistenz – und damit der Arbeitsqualität. Während früher viel Aufwand getrieben werden musste, um Revisionsstände in jeder Steuerung aktuell zu halten, basiert die Programmierung des Micro-Controller Simatic S7-1200 auf einem einzigen Standard, der alle Modifikationen beinhaltet.

Was das für die täglich Praxis bedeutet, erläutert Mario Sommer, Market Manager bei Hobart: „Mit nur einem Grundprogramm decken wir alle Maschinentypen ab.“ Oder anders ausgedrückt: Das Programm für jede Hobart-Maschine der neuen Generation kann von einem Daten-Stick aus aufgespielt werden und die Maschine läuft. Allein durch diese Veränderung kann im Servicebereich effizienter gearbeitet und Manpower richtig eingesetzt werden.


Modular erweiterbar mit überraschend kurzen Zykluszeiten


Neben dem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis schätzen die Hobart-Fachleute vor allem die Modularität der S7-1200

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Über Profinet lässt sich die S7-1200 einfach mit dem zugehörigen Touchpanel verbinden. Fremdgeräte wie z. B. ein firmenspezifischer Datenlogger (im Bild über dem Touchpanel vorbereitet) lassen sich aufgrund der offenen Protokolle ebenfalls sehr leicht einbinden.

Über Profinet lässt sich die S7-1200 einfach mit dem zugehörigen Touchpanel...

sowie deren einfache Programmierung. Für die Bandspülanlagen wird beispielsweise die CPU 1214C eingesetzt. Mit dieser CPU erreicht das Steuerungsprogramm nach den Erfahrungen beim Maschinenhersteller eine Zykluszeit von 35 bis 40 ms, obwohl die Speicherauslastung dort nahe an die Hundertprozentmarke reicht.

Die Steuerung selbst lässt sich rechts (Steuerungsmodule) und links (Kommunikationsmodule) mit bis zu acht Ergänzungsmodulen erweitern, was für komplexe Spülmaschinen der jüngsten Generation auch notwendig ist. Solche Zusatzmodule müssen aber nicht in Reihe gesteckt werden, sondern können über vorkonfektionierte Leitungsverbindungen auf unterschiedlichen Zeilen im Schaltschrank verteilt sein. Im Zuge der Standardisierung hat man sich bei Hobart auf eine Variante festgelegt, die in allen Premax-Maschinen eingesetzt sind. Das spart Aufwand bei Planung, Handling, Verdrahtung/Inbetriebnahme und Service.

An die CPU werden rechts zwei Temperaturmodule angereiht. Diese analogen Karten besitzen vier Eingänge und zwei Ausgänge. Daran anschließend kommen zwei digitale Module a 16 Eingänge und 16 Ausgänge. Dann noch ein Modul mit 16 Ausgängen sowie ein Switch SCM 1277 von Siemens für Industrial Ethernet mit vier Ports. Zu guter Letzt wird die kompakte Steuerungseinheit noch mit ein bzw. zwei so genannten NTC-Modulen zur Temperaturerfassung ergänzt, die bis zu acht entsprechende Widerstände erfassen können.


NTC-Temperaturmodule zeigen Customizing-Möglichkeiten


Dabei handelt es sich um spezielle Entwicklungen auf Basis

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Ein großer Vorteil des neuen Steuerungskonzeptes auf Basis von S7-1200 und Touchpanel ist die HMI-Software WinCC flexible. Damit lassen sich Symbole, Texte, Sprachen, etc. einfach und flexibel an die Kundenwünsche bzw. besondere Marktsegmente anpassen.

Ein großer Vorteil des neuen Steuerungskonzeptes auf Basis von S7-1200 und...

der S7-1200-Technologie, die Hobart und Siemens in Kooperation entwickelt haben. Mario Sommer erklärt: „Als Entwicklungspartner dieser neuen Steuerung waren wir sehr intensiv in den Gesamtprozess eingebunden, woraus dieses spezielle Modul eigens für unsere Belange entstanden ist.“ Dieses sichert die Wettbewerbsfähigkeit des Spülanlagenherstellers. Statt der PTC- bzw. PT100-Sensoren nutzt Hobart seit Jahrzehnten die NTC-Varianten zur Temperaturerfassung.

Rund 20.000 kleinere Spülmaschinen verlassen jährlich das Werk mit diesen NTC. Aufgrund des damit erreichten Mengengerüsts ist auch der Einbau in die größeren Anlagen, von denen rund 450 pro Jahr das Werk verlassen, sehr wirtschaftlich. „Hätten wir aufgrund der neuen Steuerung auf PTC oder PT100 wechseln müssen, wäre das kostenseitig erheblich stärker ins Gewicht gefallen“, ergänzt Thomas Plewnia.

Die Modularität der Siemens-Steuerung war ausschlaggebend für den großen Innovationsschritt zur intelligenten Spültechnik, weil nun überaus einfach viele Sensorwerte erfasst und so Bearbeitungsschritte flexibel an den tatsächlichen Zustand des Spülguts angepasst werden können. Die Maschinen erkennen z. B. unbestückte Bereiche und die Steuerung schaltet dort die Wasserzufuhr ab. Die intelligente Spültechnik optimiert auch selbständig Prozessparameter wie Temperatur, Wasserverbrauch, Chemieeinsatz und Energie in Abhängigkeit vom Spülgut. Rund 100 Patente fließen in die Entwicklung der Premax-Anlagen ein.


Offene Protokolle für einfache Einbindung anderer Geräte

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Zur Dokumentation aller Vorgänge setzt der Spültechnikhersteller seit langem seine Dokutronic ein. Dieser Datenlogger ließ sich in den neuen Anlagen über den Switch SCM 1277 und Industrial Ethernet einfach einbinden. Den Grund dafür erklärt Thomas Plewnia: „Weil die Siemens-Steuerung mit offenen Protokollen arbeitet, ließen sich die Skripte einfach an die S7-1200 anpassen.“ Eine solche Durchgängigkeit von Systemlösungen hat Siemens bei den eigenen Geräten unter dem Schlagwort „Totally Integrated Automation“ (TIA) formuliert. Das Beispiel zeigt jedoch, dass nicht nur die eigenen Systemkomponenten hervorragend aufeinander abgestimmt sind, sondern ebenso dass sich auch kundenspezifische Entwicklungen einfach in das Gesamtsystem einbinden lassen.

Ein Vorteil ist, dass für den Datenlogger keine eigene Software geschrieben werden muss. Das Gerät sammelt die Daten und schickt sie nach einer entsprechenden Aufbereitung per E-Mail an den Küchenleiter. Dieser erkennt daran sofort, ob alles tadellos läuft, oder ob an irgendeiner Stelle Handlungsbedarf besteht. Daraus kann er beispielsweise eine stetige Spül-Organisations-Optimierung ableiten. Natürlich kommt er so auch seiner Dokumentationspflicht über die Abläufe in der Spülküche nach.


Individuelle Anpassung der Visualisierung


Ein Highlight der neuen Steuerungstechnik ist auch die Visualisierung über die Touchpanels von Siemens. Diese werden über Profinet an die Steuerung angebunden. Die Oberfläche wird dabei über die Software WinCC flexible programmiert. Mario Sommer berichtet: „Im Vergleich zu unseren früheren Möglichkeiten, als wir dem Bediener nur zweizeilige Textnachrichten zur Verfügung stellen konnten, sind wir nun hochflexibel in der Gestaltung.“

So lassen sich z. B. eigene Symbole für unterschiedliche Zielmärkte kreieren und Anweisungen bzw. Hinweise in unterschiedlichen Sprachen formulieren; das nutzt Hobart heute schon mit 12 Sprachen und will sukzessive weitere hinzufügen. Heute gibt es für den Anwender die Möglichkeit von Fehleranalysen, Parametrierungen und eine sehr einfache Programmwahl. Durch die menügeführte Struktur auf Basis von WinCC flexible ist der Umgang spürbar bedienerfreundlicher geworden.


Thomas Plewnia ergänzt: „Auch für unser Serviceteam weltweit vereinfacht sich die Arbeit durch diese neue Art der Übersichtlichkeit.“

Die Spülanlagen-Serie Premax von Hobart hat in puncto Spülkomfort sowie Energie- und Umweltbewusstsein einiges zu bieten und bestätigt damit den Trend zu „Green Technology“.
Die in den Premax-Anlagen eingesetzte, kompakte Steuerung Simatic S7-1200 von Siemens mit integrierter Profinet-Schnittstelle gilt als wirtschaftliche Lösung für einfache bis mittlere Steuerungsaufgaben.
Über Profinet lässt sich die S7-1200 einfach mit dem zugehörigen Touchpanel verbinden. Fremdgeräte wie z. B. ein firmenspezifischer Datenlogger (im Bild über dem Touchpanel vorbereitet) lassen sich aufgrund der offenen Protokolle ebenfalls sehr leicht einbinden.
Ein großer Vorteil des neuen Steuerungskonzeptes auf Basis von S7-1200 und Touchpanel ist die HMI-Software WinCC flexible. Damit lassen sich Symbole, Texte, Sprachen, etc. einfach und flexibel an die Kundenwünsche bzw. besondere Marktsegmente anpassen.
Bis zu acht Zusatzmodule lassen sich an die Steuerung anreihen. Dabei müssen die Geräte nicht einmal in der gleichen Zeile liegen, sondern können über vorkonfektionierte Leitungen sogar untereinander oder anders angeordnet sein.
Thomas Plewnia (li) aus der Entwicklungsabteilung bei Hobart und Hobart Market Manager Mario Sommer (re) freuen sich über die neue Steuerungslösung: „Wir haben eine Vielzahl an prozesstechnischen Innovationen, die wir mit der Siemens-Steuerung nun auch wirklich umsetzen können.“


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Bericht in folgenden Kategorien:
Kompaktsteuerungen - SPS, Funktionsintegration

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