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ABB investiert 100 Millionen Euro am Stammsitz von B&R in Österreich

: ABB


Ein Jahr nach der Ankündigung der Übernahme von B&R wird der Schweizer Technologiekonzern ABB 100 Millionen Euro in Österreich investieren. Damit wird am Stammsitz der B&R im oberösterreichischen Eggelsberg ein hochmoderner Innovations- und Bildungscampus errichtet. Das Engagement ist die bisher größte organische Investition in die Industrieautomation in der mehr als 130jährigen Geschichte von ABB und schafft die Grundlage für rund 1.000 neue Hightech Arbeitsplätze in Österreich.

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Visualisierung Bildungscampus.

Visualisierung Bildungscampus.

Im neuen Innovations- und Bildungscampus werden künftig Technologien für die Fabrik der Zukunft entwickelt, in der auf ABB Ability basierende, smarte und Cloud-vernetzte Maschinen und Roboter weitgehend autonom produzieren. Mit der Investition setzt ABB ihre Next-Level-Strategie konsequent fort, die Innovation als den wesentlichen Motor für profitables Wachstum definiert. Das Unternehmen investiert jährlich rund 1,4 Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung und beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter im F&E-Bereich und in der Anwendungstechnik. Bei B&R sind bereits heute mehr als 1.000 Mitar-beiter in diesen Bereichen tätig.

Der neue Forschungs- und Entwicklungsstandort wird 35.000 m² umfassen und eine Reihe zukunftsweisender Einrichtungen beherbergen. Neben hochmodernen F&E-Labors zur Entwicklung und Erprobung neuester Automationstechnologien, von industriellen Steuerungssystemen bis hin zu maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz, wird eine „Automation Academy“ zur Schulung und Einarbeitung von Kunden, Partnern und Mitarbeitern in diesen Technologien dienen. Der Spatenstich ist bereits in diesem Sommer geplant, die Inbetriebnahme im Laufe des Jahres 2020. Nach Fertigstellung wird der Standort Eggelsberg zu den grössten ABB-Forschungs- und Entwicklungszentren gehören. Damit wird der weltweit zweitgrößte Anbieter von Industrieautomationslösungen seine führende Position in der Maschinen- und Fabrikautomation weiter ausbauen. Die Entwicklung disruptiver Technologien wird dazu beitragen, dieses hochattraktive, jährlich rund 20 Milliarden US-Dollar schwere Marktsegment noch besser zu bedienen.

Bis zur Übernahme durch ABB im Juli 2017 war B&R der grösste unabhängige Anbieter von Produkt- und Software-basierten Lösungen für die Maschinen- und Fabrikautomation. Inzwischen ist das Unternehmen in die ABB-Division „Industrial Automation“ integriert
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und wird als globaler Geschäftsbereich „Machine & Factory Automation“ geführt. Mit den vereinten Portfolios ist ABB heute der einzige Anbieter weltweit, der das gesamte Spektrum an Technologie- und Softwarelösungen für alle Bereiche der Industrieautomation – vom Messen und Steuern über Antriebe und Robotik bis zur Digitalisierung und Elektrifizierung – aus einer Hand anbietet. „B&R ist unter dem Dach von ABB hervorragend gestartet und übertrifft unsere Erwartungen. Wir sind auf gutem Weg unser Umsatzziel von 1 Milliarde US-Dollar schon bald zu erreichen“, sagte ABB CEO Ulrich Spiesshofer bei einer mit dem Österreichischen Bundeskanzler abgehaltenen Pressekonferenz in Linz. „Mit unserer 100-Millionen-Euro-Investition stärken wir diese Dynamik und die Eckpfeiler der B&R Erfolgsgeschichte: Innovationen und Mitarbeiter. Neben den neuen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten erweitern wir die B&R-Automation Academy, die Kunden, Partnern und Mitarbeitern aus der ganzen Welt ein einzigartiges Bildungs- und Trainingsprogramm anbietet.“

„Mit einem klaren Bekenntnis zum Standort hat sich ABB in Österreich als Marktführer im Bereich Automation etabliert“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. „Das Unternehmen tätigt ein Investment, das gerade für Österreichs Standortpolitik und internationale Ausrichtung von besonderer Bedeutung ist. Damit wird der Startschuss für eine Standortoffensive im Schlüsselsegment der digitalen Industrie gesetzt. Es ist ein wesentlicher Impuls für die Schaffung hochqualifizierter neuer Arbeitsplätze und die Positionierung Österreichs als Hightech Standort.“

Davon werden auch die Bildungseinrichtungen des Landes profitieren. „Teil unserer Innovations- und For-schungsstrategie ist der weitere Ausbau unserer guten Beziehungen zu Universitäten, Fachhochschulen, und höheren technischen Bildungsanstalten. So können wir unsere
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Wachstums- und Innovationsge-schwindigkeit noch weiter steigern und unsere Technologieführerschaft zügig ausbauen“, betonte Hans Wimmer, B&R Geschäftsführer. „Das ist ein grosser Tag für B&R“, sagt Josef Rainer, Mitbegründer von B&R. „Die reibungslose Integration zeigt, dass sich das von Erwin Bernecker und mir vor 39 Jahren gegründete Unternehmen in guten Händen befindet. Ich freue mich, dass ABB mit dieser historischen Investition unsere Erfolgsgeschichte fortsetzen und weiter festigen wird“.

Zur Rolle der österreichischen und oberösterreichischen Regierung betont CEO Spiesshofer: „Bundes- und Landesregierung unterstützen die Entwicklung modernster Produkte „Made in Austria“. Es freut mich, dass die politisch Verantwortlichen die Digitalisierung der Industrie als Chance sehen und uns als wichtigen Partner unterstützen, der langfristig in den Standort und hochqualifizierte Arbeitsplätze in Österreich investiert.“

„Die 100 Millionen-Investition von ABB und die geplanten 1.000 neuen Arbeitsplätze geben dem Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort Oberösterreich einen neuen Schub“, so Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer. „Ich bin für das Vertrauen des ABB-Konzerns in den Standort Oberösterreich sehr dankbar. Für mich ist es eine Bestätigung, dass wir mit unserem Reform- und Zukunftskurs in Oberösterreich auf dem richtigen Weg sind. Und es ist auch ein klarer Auftrag diesen neuen Weg weiterzugehen. Daran werden wir konsequent arbeiten, damit Oberösterreich zu einem Land der Möglichkeiten wird.“

„Der neue Innovations- und Bildungscampus von ABB in Eggelsberg schafft 1.000 neue Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Bundesland. Diese Investition ist damit ein weiterer
Beleg dafür, dass die Digitalisierung zwar manche Berufsbilder überflüssig macht, aber vor allem auch neue hochwertige Arbeitsplätze schafft“, betonte Wirtschafts- und Forschungsreferent Landeshauptmann-Stv. Michael Strugl. „Die Herausforderung für Oberösterreich wird nun sein, die Anstrengungen im Aus- und Weiterbildungsbereich noch weiter zu verstärken, um für genügend Fachkräfte zu sorgen, die diesen zusätzlichen Bedarf decken können. Wobei es schon jetzt zahlreiche Kooperationen von B&R mit Forschungs- und Bildungseinrichtungen in Oberösterreich wie der Johannes Kepler Universität oder der FH OÖ gibt.“

Der Standort Eggelsberg gilt bereits heute als ABBs globales Zentrum für Maschinen- und Fabrikautomation und wird künftig eine noch größere Rolle bei der Entwicklung und Produktion zukunftsweisender Fertigungstechnologien spielen. „Mit dieser Investition wird B&R ein noch wichtigerer Teil von ABB“, sagt Peter Terwiesch, Leiter der Division Industrieautomation. „Basierend auf dem umfangreichen Erfahrungsschatz beider Unternehmen, sowie dem sich ergänzenden Technologieportfolio und Marktzugang, arbeiten unsere Teams mittlerweile überall auf der Welt daran, gemeinsam neuen Kundennutzen zu schaffen.“

Visualisierung Bildungscampus.



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