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(Un)mögliche Flascheninspektion vereinfacht ...

: Wenglor Sensoric


Seit über 50 Jahren erzeugt Voglsam an seinem Standort in Hofkirchen bei St. Florian, Oberösterreich, aus Obst und Gemüse etwa 40 bis 50 verschiedene Sorten an Most, Mus und Saft. Stets beste naturreine Qualität zu liefern, ist das Credo des traditionellen Familienbetriebes. So war es für Voglsam eine Selbstverständlichkeit, seine Produktionslinie nach neuesten Maßstäben zu gestalten. Spätestens bei der Qualitätskontrolle seiner Flaschen schien der Betrieb aber an seine Grenzen zu stoßen – viele Sensor- und Bildverarbeitungsanbieter ließen Voglsam im Regen stehen. Bei wenglor war das anders – sie schickten Voglsam mit seiner komplizierten Anforderung wieder weg – mit einer Lösung, die nun nicht nur die vorerst unmögliche Flascheninspektion vereinfacht, sondern gleich den ganzen Prozess … Autorin: Luzia Haunschmidt / x-technik

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Zwei weQubes bei der Flaschenkontrolle – der linke weQube inspiziert den Flaschenkörper, der rechte weQube die Flaschenöffnung.

Zwei weQubes bei der Flaschenkontrolle – der linke weQube inspiziert den Flaschenkörper,...

Bio, Qualität und Regionalität ist Voglsams Motto – dementsprechend setzt der Familienbetrieb in der Fruchtverarbeitung für naturbelassenes Mus und Säfte ausschließlich auf in Österreich angebautes Obst- und Gemüse. Beliefert werden damit in erster Linie Großhändler in Österreich und Deutschland – und diese vertreiben die heiß begehrten Saftkreationen an die gehobene Gastronomie, Hotellerie, an Seminarbetriebe und an Naturkostfachgeschäfte.

Nachdem das Unternehmen bezüglich Bio- und Regionalitätseigenschaften schon seit jeher top war und ist – 2007 erhielt es den Bio Juice Award für die Sorte Hasenfit Bio Rote Rübe – setzte es in der Verarbeitungstechnik 2009 ebenfalls neue Qualitätsmaßstäbe und gestaltete seine gesamte Produktionslinie neu – bis dato sucht man vergeblich ihresgleichen in ganz Europa.

Vorbildlicher Produktionsablauf

So sorgen heute bei der Obstwaschung zwei Umwälzpumpen in der Wasseraufbereitung für einen geringeren Wasserverbrauch. Die Beförderung der Früchte erfolgt nun per Förderband aus Edelstahl zu einem Verlesetisch, wobei das Verleseband zur manuellen Aussortierung angefaulter Ware verhilft. Ein neuartiges Vermahl- und Pumpsystem mit angeschlossenem Macerator erlaubt die oxidationsfreie Zerkleinerung von ganzer und zerteilter Rohware mit direkt anschließender Beförderung. Für die Erwärmung der Maische wurde ein Röhrenwärmetauscher eingesetzt, der es ermöglicht, Pulpe gehaltvollere Säfte herzustellen, welche bei weitem mehr sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe enthalten
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Beleuchtung der Flascheninspektion.

Beleuchtung der Flascheninspektion.

als herkömmlich hergestellte Fruchtsäfte. Zusätzlich wurde eine Zahnkolloidmühle für die Feinaufspaltung und Freisetzung von Pflanzeninhaltsstoffen – wie Pektin und Betacarotin – installiert. Und last, but not least, sorgt ein Dekantierer mittels Zentrifugalkraft für schonendes Entsaften der Früchte.

Herausforderung Flaschenkontrolle

Vor einiger Zeit stellte Voglsam seine Mehrweggefäße auf neue Ringverschlüsse aus Plastik – die herkömmlichen Kappen waren aus Metall – um, welche ein verletzungsfreies Öffnen der Flaschen erlauben. Leider begannen damit aber auch etliche Konsumenten gerne Teile der Verschlusskappen in den Flaschenkörper zu drücken, was in Folge die Wiederverwendung der Gebinde untragbar machte. Derart beeinträchtigte Flaschen landeten trotzdem in der Wiederaufbereitung von Voglsam und verursachten dort enormen Aufwand in der manuellen Qualitätskontrolle. Trotz höchster Aufmerksamkeit konnte es dennoch vereinzelt vorkommen, dass man die eine oder andere unbrauchbare Flasche übersah und so setzte sich das Malheur in der erneuten Befüllung der Gebinde fort.

„Diesen Missstand mussten wir unverzüglich abstellen – das war uns klar“, erklärt Thomas Voglsam, Produktionsleiter des Familienbetriebes. „Auf der Messe Smart in Linz suchten wir dann nach einer passenden Lösung – allerdings so richtig helfen, konnte uns dazu nicht ein einziger der kontaktierten Aussteller. Doch kurz nach der Messe erhielten wir Besuch von Thomas Katzmayr, von der Firma wenglor, dem wir unseren Wunsch bezüglich
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Screenshot vom Flaschen-Scan mit Fehlererkennung.

Screenshot vom Flaschen-Scan mit Fehlererkennung.

einer Flaschendurchleuchtung im Detail unterbreiteten“, beschreibt Thomas Voglsam die vorerst etwas mühsame Lösungssuche.

Innovative Lösung: weQube – die Smart Camera

Nun, Thomas Katzmayr, Vertriebsingenieur bei wenglor, hatte dann auch – ohne lange überlegen zu müssen – die passende Lösung parat: „Unser weQube ist ein Tausendsassa – die Smart Camera bietet eine enorme Funktionsvielfalt in kompakter Bauform, welche den Einsatz auch unter schwierigen und räumlich beengten Bedingungen ermöglicht. Die retournierten Flaschen auf unliebsame Deformierungen oder anderweitige Beeinträchtigungen – wie das Erkennen von Fremdkörpern jeglicher Art – zu durchleuchten, stellt für den weQube keine Herausforderung dar“.

Thomas Voglsam ergänzt erfreut: „Der weQube ist von der ersten Sekunde an voll im Einsatz und wirft sämtliche Gebinde, die nicht einwandfrei geartet sind, vor ihrer Weitergabe an die Befüllstation aus. Selbst Glassplitter, die wir mit freiem Auge nicht wahrnehmen können, entgehen dem weQube nicht. So wie auch eventuell verbleibende bunte oder farblose Restflüssigkeiten wie z. B. Wasser, oder deformierte Flaschenöffnungen werden von der Smart Camera zuverlässsig detektiert“.

Darüber hinaus erkennt der weQube auch größere oder kleinere Flaschen, die der gerade
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V.l.: Roland Eglesfurtner, technischer Support bei wenglor, Thomas Katzmayr, Vertriebsingenieur bei wenglor und Thomas Voglsam, Produktionsleiter bei Voglsam – alle neben der Flaschenkontrolle in der Produktion bei Voglsam.

V.l.: Roland Eglesfurtner, technischer Support bei wenglor, Thomas Katzmayr,...

am Fließband laufenden Gebindeart nicht entsprechen.

Einfachste Bedienung – selbst für Amateure

„Wir mussten die Kamera nicht einmal speziell programmieren und auch ihre Bedienung ist wirklich einfach – das bringt jeder interessierte Amateur zustande. Die Einschulung dauerte lediglich etwa drei Stunden. Und hat man doch einmal eine Frage, so steht nebst dem äußerst hilfreichen wenglor-Team auch eine leicht verständliche Unterweisung per Trainingsdemos auf der wenglor Homepage zur Verfügung“, führt Thomas Voglsam aus.

Roland Eglesfurter, zuständig für den technischen Support bei wenglor, ergänzt dazu aus: „Durch eine ausführliche Anwendungsdiskussion zu Beginn einer Anfrage, versuchen wir die Anforderungen an die geplanten Qualitätskontrollen im Detail zu verstehen. Zusätzlich nehmen wir die örtlichen Umgebungs- und Rahmenbedingungen der Anwendung ganz genau auf. Anhand dieser Informationen und mithilfe von konkreten Musterteilen des Kunden leiten wir dann eine prozesssichere Anwendungslösung ab. Dabei werden etwa die weQube-Variante, die Beleuchtungsart, die Kommunikationsschnittstelle, sowie das notwendige Zubehör genau auf die Kundenwünsche abgestimmt. Im Zuge der Angebotslegung präsentieren wir dann den gewählten Lösungsansatz und bieten unseren Kunden gleichzeitig dazu auch eine umfassende weQube Produktschulung an."

„Bei der Produktschulung hat unser Kunde einen doppelten Vorteil“,
ergänzt Thomas Katzmayr, „denn dieser erhält neben den weQube-Kenntnissen auch ein fix und fertiges Programm, welches er gemeinsam mit unseren Anwendungstechnikern erstellt. Zu Hause muss der Kunde das Programm dann nur mehr auf seiner Anlage einspielen. So transferieren wir das gewünschte weQube-Know how anhand der gegenständlichen Anwendung des Kunden und diese läuft dann daheim an der Anlage auch wie am Schnürchen!“

Eine andere Variante wäre jene, dass der Kunde eine Machbarkeitsstudie bei wenglor in Auftrag gibt und wenglor dann auch die gesamte Inbetriebnahme-Dienstleistung anbietet.

Kommunikativ in alle Richtungen und Ebenen

Zwei weQubes kommen bei Voglsam nun direkt am Förderband, unmittelbar nach dem Gebinde-Waschplatz zum Einsatz – eine Smart Camera ist dabei für die Kontrolle der Flaschenöffnungen und die andere für die Überprüfung der Flaschenkörper und des Flascheninhalts zuständig.

Über einen seiner sechs digitalen Ausgänge ist der weQube direkt mit dem Steuerungs-Relais eines Zylinders, der bei einem erkannten Fehlerbild die Ausschleusung der defekten Flaschen übernimmt, verbunden.

Eine Datenaufzeichnung, welche beispielsweise die Anzahl der Flaschen-Ausschüsse, die Anzahl bestimmter Beschädigungen oder Fehlerbilder der Gebinde registriert und dokumentiert, ist ebenfalls möglich. Dafür stehen am weQube eine Vielzahl
an Schnittstellen wie Ethernet TCP/IP, FTP, Profinet und EtherNet/IP zur Verfügung. Über diese Schnittstellen können Daten oder Fehlerbilder an die Steuerung, an externe Speicherplätze oder übergeordnete Warenwirtschaftssysteme übermittelt werden.

Derlei Möglichkeiten werden von Voglsam aber erst in späterer Zukunft angedacht, denn derzeit haben die beiden weQubes ihre Pflichten noch im überschaubaren Rahmen zu absolvieren – etwa 100 Flaschen haben sie pro Minute zu detektieren, das sind etwa 50.000 Flaschen je Tag.

Die Möglichkeit die in der Flascheninspektion gewonnenen Daten an das hauseigene Warenwirtschaftssystem zu übergeben ist aber schon eine feine Sache.

Dass die weQubes durch den nachträglichen Kauf von Software-Lizenzen zum 1D/2D Barcodeleser und um eine Reinschrifterkennung von z. B. Produktionschargen oder Mindesthaltbarkeitsdaten erweitert werden kann, zeichnet die Smart Camera tatsächlich als multitalentierten Tausendsassa aus.

"Und das zu einem wirklich unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis!“, bekräftigt Thomas Voglsam abschließend.

www.wenglor.at

Zwei weQubes bei der Flaschenkontrolle – der linke weQube inspiziert den Flaschenkörper, der rechte weQube die Flaschenöffnung.
Beleuchtung der Flascheninspektion.
Screenshot vom Flaschen-Scan mit Fehlererkennung.
V.l.: Roland Eglesfurtner, technischer Support bei wenglor, Thomas Katzmayr, Vertriebsingenieur bei wenglor und Thomas Voglsam, Produktionsleiter bei Voglsam – alle neben der Flaschenkontrolle in der Produktion bei Voglsam.


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